In den Grundschulen bewegt sich etwas!
Der Grundschulverband unterstützt den Weg der kooperativen Schulentwicklung

Trotz immer neuer Anforderungen: Die Bremer Grundschulleitungen fühlen sich mit ihren Problemen und Verbesserungsvorschlägen endlich wieder wahrgenommen.
Herausforderungen gemeinsam klären statt Lösungen von oben nach unten verordnen: „Kooperative Steuerung“ nennt sich das Angebot der Senatorin für Kinder und Bildung – zuerst an die Oberschulen, seit einem Jahr auch an die Grundschulen. Diese Strategie bringt deutlich weniger Reibungsverluste, mehr Transparenz und Effektivität in Planungs- und Entwicklungsabläufe.
Ein verändertes Klima in der Kommunikation zwischen Schulpraxis und Schulverwaltung schafft Raum für gemeinsam getragene Problemlösungen. Erste Ergebnisse wurden in einer Broschüre zusammengefasst, um die weitere Zusammenarbeit auf ein festes Fundament zu stellen, Fortschritte zu sichern und dem Prozess eine Perspektive zu geben (s. Anlage).
Konkrete Lösungen wurden bereits für das Einschulungsverfahren (Aufnahmeverordnung) und für die Berechnung der Sozialindikatoren gefunden. Mit dem Aussetzen der aufwändigen Vergleichsarbeiten VERA 3 für ein Jahr wurde Zeit für die Entwicklung praktikablerer Hilfen gewonnen, um den Lernstand der einzelnen SchülerInnen differenziert zu erheben und sie so zielgerichtet fördern zu können.
Als erste Schritte zur Stärkung der Grundschulen begrüßt der Grundschulverband ein Maßnahmenpaket der Senatorin als Reaktion auf die außerordentlichen Belastungen für zunächst 15 Schulen in besonders herausforderndem Umfeld, darunter die Einstellung von 30 zusätzlichen Sonderpädagogen und Sozialarbeitern für unterstützende schulische Maßnahmen wie für Kinder mit großen Entwicklungsverzögerungen oder sozial-emotionalen Problemen eine zusätzliche Stunde Mathematik je Klassenverband eine Entlastungsstunde für Klassenleitungen und Sonderpädagogen im Hinblick auf die intensive Elternarbeit Stunden für die Schulentwicklung.
Als grundsätzlich notwendige Anpassung ist die Wiederherstellung der Eingruppierung der Lehrkräfte auf A13 und die Anhebung bei den Funktionsstellen zu werten, ein von den
Schulen seit Langem geforderter Schritt, genau wie die Schaffung zusätzlicher Ausbildungsplätze für das Referendariat.
Aber es bleiben noch Baustellen: So fordert der Grundschulverband dringend ein stärkeres Engagement der Bildungsverwaltung für einen durchgängigen „Bildungsplan von 0-10 Jahren“ mit entsprechenden gemeinsamen Projekten zur Verzahnung der Arbeit von Kindertagesstätten und Grundschulen. Auch die Umsetzung der zusätzlichen Bedarfe an Erzieherinnen in Ganztagsschulklassen, die bessere Ausstattung der Zentren für Unterstützende Pädagogik und gezieltere Anreize zur Personalgewinnung müssen angepackt werden (s. auch die Antworten der Parteien auf die „Wahlprüfsteine“ des Grundschulverbands unter www.grundschulverband.de ).

6.5.2019, v.i.S.d.P Hans Brügelmann, Landesgruppe Bremen des Grundschulverbands

Für Nachfragen stehen zur Verfügung:
Frauke Brandt, Tel 361-15991, Frauke.Brandt@schulverwaltung.bremen.de
Margarethe Cimiotti, Tel 0170 2737973, Margarethe.Cimiotti@schulverwaltung.bremen.de
Carsten Dohrmann, Tel 0176 25821119, Carsten.Dohrmann@schulverwaltung.bremen.de

Pressemitteilung: Kooperative Schulentwicklung

PRESSEMITTEILUNG                                                                                                                  Bremen, 21.07.2018

 

„Wir müssen an die Grenzen des Machbaren gehen“
Gemeinsame Erklärung der Senatorin für Kinder und Bildung und dem

Bremer Bündnis für Bildung zur Behebung des Lehr- und Fachkräftemangels

 

Die Gewinnung und Sicherung qualifizierten Personals für Bremer Schulen ist ein Ziel und die entscheidende Basis für eine gelingende und erfolgreiche Schul- und Unterrichtsentwicklung im Land Bremen. Durch angestiegene Schülerinnen- und Schülerzahlen sowie qualitative Verbesserungen hat sich der Bedarf an Fachkräften massiv und kurzfristig zugespitzt. Das macht ein gemeinsames Handeln und ein Bündeln verschiedener Kräfte notwendig. Die Senatorin für Kinder und Bildung sowie das Bremer Bündnis für Bildung (BBB) haben sich jetzt auf diverse Maßnahmen zur Behebung des Lehr- und Fachkräftemangels geeinigt.

„Der Bedarf an Fachkräften ist enorm. Wir haben schon diverse Maßnahmen umgesetzt, müssen aber auch neue Wege und an die Grenzen des Machbaren gehen, um qualifiziertes Personal an die Schulen zu bekommen. Wir sind uns einig, dass ein durch erziehungswissenschaftliche Anteile geprägtes Lehramtsstudium der vorrangige Weg ist und weiterhin der Maßstab sein muss. Daneben werden jedoch weitere Zugangswege zum Beruf der Lehrkraft notwendig. Dazu gehören auch verschiedene Seiteneinsteinstiege. Ich freue mich sehr, dass wir den Weg gemeinsam mit dem Bündnis für Bildung gehen und an einem Strang ziehen, damit alle Kinder und Jugendlichen in Bremen gut beschult werden und Lehrkräfte, die überaus engagiert an den Schulen arbeiten, entlastet werden. So tragen wir auch zur Qualitätssteigerung bei“, sagt Dr. Claudia Bogedan, Senatorin für Kinder und Bildung während der Unterzeichnung der gemeinsamen Erklärung.

 

Für das Bündnis ergänzte Christian Gloede, Landesvorstandssprecher der GEW die Notwendigkeit, nunmehr die Wirksamkeit der vereinbarten Maßnahmen regelmäßig zu überprüfen und ggf. anzupassen und weiter zu entwickeln. „Einer gemeinsamen Erklärung wohnt immer ein Kompromiss inne, gerade bei einem so breiten Bündnis, wie es das BBB ist. Nun gilt es, durch entsprechende Konkretisierungen die gemeinsam formulierten Ziele in politisches Handeln umzusetzen.“

Für das BBB unterzeichneten Hans Brügelmann (Grundschulverband), Christian Gloede (GEW), Pierre Hansen (ZEB), Kornelia Martens (Schulleitervereinigung), Andreas Rabenstein (Personalrat Schulen) und Piet Pries (GesamtschülerInnenvertretung) das umfangreiche Papier.

 

Anhang:

Gemeinsame Erklärung

Pressemitteilung (original)

 

 

Foto: Pressereferat SKB

Grundschulverband: „Uns reicht es!“ Fakten statt Fake-News

Der Grundschulverband e.V. veröffentlicht die Broschüre „Faktencheck Grundschule – Populäre Vorurteile und ihre Widerlegungen“, die sich mit häufig wiederkehrenden Vorwürfen an die Lehrer*innen der Primarstufe auseinandersetzt. Mit der vorliegenden Broschüre geht es dem Grundschulverband um die Versachlichung der Diskussion zu gesellschaftlich relevanten und sichtbaren Themen der Grundschulbildung – und um die eigentlich ausschlaggebende Frage danach, was Grundschulkinder heute wirklich brauchen.

Hier geht es zu den Inhalten des Faktenchecks http://grundschulverband.de/unsere-themen/faktencheck/

Der Faktencheck kann außerdem käuflich erworben werden http://grundschulverband.de/produkt/broschuere-faktencheck/

Pressemeldung des Grundschulverbands

Faktencheck Grundschule

Lehrerbedarfsanalysen offenbaren eine Neuauflage der deutschen Bildungskatastrophe

Scharfe Kritik des Grundschulverbands an der Lehrerbedarfsplanung der Länder

Kurzfassung:

Der Grundschulverband hat die Befunde der Bertelsmann-Studie „Lehrkräfte dringend gesucht – Bedarf und Angebot für die Primarstufe“ mit Entsetzen und Empörung zur Kenntnis genommen. Die Berechnungen der Bertelsmann-Studie zeigen, dass eine gesicherte Versorgung der Grundschulen mit qualifiziertem Lehrpersonal bis zum Jahr 2026 nicht mehr zu erwarten ist. Siehe: www.bertelsmann-stiftung.de/lehrermangel-grundschule/

Sie dokumentieren ein völliges Versagen der Kultusverwaltungen der Länder bei der Sicherstellung des Lehrerbedarfs für die Grundschule.

Die Folgen der Versäumnisse der vergangenen zehn Jahre im Hinblick auf die Sicherstellung einer geordneten Personalsituation an den Schulen werden für die Schülerinnen und Schüler dramatisch sein.

Um die Bevölkerung nicht zu täuschen, werden CDU/CSU und SPD aufgefordert, den für den Koalitionsvertrag der Bundesregierung angedachten Rechtsanspruch auf eine Ganztagsbetreuung der Kinder in der Grundschule nicht zu verkünden. Er ist in den kommenden zehn Jahren nicht realisierbar.

Die Kultusminister der Länder werden aufgefordert, in ihren Verwaltungen ein seriöses, wissensbasiertes System der Lehrerbedarfsrechnung mit qualifizierten Bevölkerungsstatistikern aufzubauen und von der bisherigen reaktiven Personalpolitik zu einem proaktiven Handeln überzugehen.

Wie die ersten Erfahrungen mit so genannten „Quer-“ oder „Seiteinsteigern“ ohne fachliche, fachdidaktische und grundschulpädagogische Basisqualifikation zeigen, sind diese bei unbestreitbar hoher Motivation und großem persönlichen Engagement nur selten in der Lage, einen fachlich kompetenten Grundschulunterricht anzubieten.

 

Zur Langfassung der Pressemitteilung bitte hier klicken