Mitgliederversammlung im November 2014

Am 25.11.2014 hat die jährliche Mitgliederversammlung ihren Vorstand für die kommenden vier Jahre gewählt, dem Nina Bode-Kirchhoff, Frauke Brandt und Eva Röder-Bruns (Delegierte) als Vorsitzende sowie Hans Brügelmann, Anne Goldmann (Schriftführung) und Anne Pietsch (Schatzmeisterin) angehören, unterstützt von Albrecht Bohnenkamp und Inge Tietjen als fachkundigen Mitgliedern. Auf der Versammlung und beim Vorstandstreffen am 8.12. wurden Manuel Salzenberg und Inge Tietjen mit großem Dank für ihr langjähriges Engagement aus dem Vorstand verabschiedet.

Inhaltlich war die Mitgliederversammlung geprägt durch die bildungspolitische Diskussion, in Bremen – wie kürzlich in Hamburg – eine Wortschatzliste für den Rechtschreibunterricht vorzugeben. Im Beisein von Vertreter/inne/n der Behörde, des Landesinstituts und der Universität führte Prof. Dr. Hans Brügelmann, der auf Einladung der Landesgruppe im Frühjahr bereits zu den Anfängen des Schriftspracherwerbs referiert hatte, in die Problematik ein. Dabei konnte er u. a. auf Untersuchungen zurückgreifen, die vor 20 Jahren mit Studierenden an der Universität Bremen im Rahmen des „Schreibvergleichs BRDD“ durchgeführt hatte.

Positiv vermerkte er, dass etwa 200-300 Wörter tatsächlich in vielen Texten auftauchen. Danach nimmt der Häufigkeitsvorsprung von einzelnen Wörtern vor anderen aber deutlich ab. Noch stärker ist diese Abnahme, wenn man sich die Verwendungsbreite, also die Breite der Nutzung durch verschiedene Schüler/innen anschaut.

Als besonders häufig lassen sich im Grunde nur die rund 150-250 Funktions- bzw. Strukturwörter wie „und“, „haben“, ich“ usw. auszeichnen. Dagegen streuen die für eigene Texte wichtigen Inhaltswörter je nach thematischem Interesse und individuellem Erfahrungshintergrund so stark, dass sie sich nicht mehr für alle Schüler/innen verpflichtend machen lassen.

Die angebliche Beschränkung des Übungsaufwandes durch Häufigkeitswortschätze verkennt außerdem, dass bei den für die Wortlisten der Bundesländer genannten 700 oder 800 „Wörtern“ nur die Grundwörter gezählt werden. Deren Ableitungen werfen aber oft neue Rechtschreibschwierigkeiten auf, so dass sie zum Teil separat gezählt werden müssten. Damit erweitern sich der Umfang der „Grundwortschätze“ und die benötigte Übungszeit erheblich.

Bei einer Konzentration des Rechtschreibunterrichts auf die geplanten Wörterlisten besteht somit die Gefahr, dass andere wichtige Rechtschreibkompetenzen nicht gefördert werden: Entwürfe selbstständig auf orthographische Richtigkeit überprüfen und korrigieren; dabei Rechtschreibstrategien verwenden wie das Ableiten („Wald“- „Wälder“); Wörterbücher, aber auch Rechtschreibhilfen des Computers kritisch nutzen; neue Wörter selbstständig und sinnvoll üben. Insofern sollten – wie auch in den KMK-Standards für Deutsch – die eigenen Texte der Schüler/innen im Mittelpunkt der Rechtschreibarbeit stehen. Denn dieselben Regeln könnten die Schüler/innen an ganz unterschiedlichen Wörtern lernen. Und die Forschung zeige, dass dies am besten gelinge, wenn sie einen persönlichen Bezug zu ihnen hätten.

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